Attacke

Die Bedeutung der „Attacke“

Die „Attacke“ bezeichnet den ersten Geschmackseindruck, den der Champagner beim Eintritt in den Mund hinterlässt. Diese Phase ist entscheidend, da sie den Ton für die gesamte Verkostung setzt. Mehrere Elemente beeinflussen die „Attacke“:

  1. Säure: Eine lebendige Säure ist charakteristisch für Champagner und sorgt für Frische und Lebendigkeit. Sie stimuliert die Geschmacksknospen und schafft einen klaren, sauberen ersten Eindruck.
  2. Aromaprofil: Die primären Aromen, die beim ersten Schluck wahrgenommen werden, variieren je nach verwendeten Trauben und Herstellungsmethoden. Typische Aromen können Zitrusfrüchte, grüne Äpfel, Birnen, rote Beeren, sowie florale und mineralische Noten umfassen.
  3. Mundgefühl: Die Textur des Champagners trägt ebenfalls zur „Attacke“ bei. Ein feines, cremiges Mousseux (die Blasenstruktur) kann ein samtiges Mundgefühl erzeugen, während größere, aggressivere Blasen einen kräftigeren Eindruck hinterlassen.
  4. Balance und Komplexität: Ein gut gemachter Champagner zeichnet sich durch eine harmonische Balance zwischen Säure, Süße, Aromen und Mundgefühl aus. Die Komplexität der „Attacke“ kann den Verkoster auf die Vielfalt und Tiefe des Weins einstimmen.

Unterschiede zwischen Champagnersorten

Die „Attacke“ kann je nach Champagnersorte stark variieren. Zum Beispiel:

  • Blanc de Blancs: Champagner, der ausschließlich aus Chardonnay-Trauben hergestellt wird, tendiert zu einer eleganten, zitrusbetonten „Attacke“ mit einer knackigen Säure und feiner Mineralität.
  • Blanc de Noirs: Champagner aus Pinot Noir und/oder Pinot Meunier zeichnet sich durch eine vollere, fruchtigere „Attacke“ mit roten Beeren und einer etwas reicheren Textur aus.
  • Rosé-Champagner: Die „Attacke“ ist oft von frischen roten Früchten wie Erdbeeren und Himbeeren geprägt, kombiniert mit einer lebendigen Säure.
  • Vintage-Champagner: Jahrgangschampagner, der nur in außergewöhnlichen Jahren produziert wird, zeigt eine komplexere und oft intensivere „Attacke“, die reifere Frucht- und Sekundäraromen einschließt.

Verkostung und Bewertung

Bei der Verkostung von Champagner spielt die „Attacke“ eine zentrale Rolle in der Bewertung des Weins. Sommeliers und Weinkenner achten auf:

  • Klarheit und Präzision: Eine klare und präzise „Attacke“ deutet auf hohe Qualität und sorgfältige Vinifikation hin.
  • Harmonie und Balance: Eine ausgewogene „Attacke“ zeigt, dass die verschiedenen Elemente des Weins gut integriert sind.
  • Komplexität und Länge: Eine komplexe „Attacke“ verspricht eine interessante und vielschichtige Geschmackserfahrung. Die Länge des Nachgeschmacks kann ebenfalls ein Indikator für die Qualität sein.

Fazit

Die „Attacke“ ist ein entscheidender Aspekt der Champagnerverkostung und trägt wesentlich zur gesamten Geschmackserfahrung bei. Sie wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, darunter das Terroir, die Traubensorten und der Herstellungsprozess. Durch das Verständnis der „Attacke“ können Weinliebhaber und Fachleute die Qualität und den Charakter eines Champagners besser einschätzen und genießen.

de_DEDeutsch