Grand Vin

Bezeichnung für einen Wein der Superlative. Nur ein absoluter Spitzenwein soll als ‚groß‘ bzw. ‚grand‘ gelten.

Bei Degustationen durch Profis schneidet er beim ‚100-Punkte-System‘ zwischen 94 und 100 ab. Eine ’20‘ (beim ’20-Punkte-System‘) oder ‚100‘ (beim ‚100-Punkte-System‘) gilt als eine Sensation. Diese Weine werden zusätzlich oftmals mit Bezeichnungen wie ‚Jahrhundertwein‘ oder gar ‚Jahrtausendwein‘ geehrt.

Andererseits wird den Urhebern solch hoher Bewertungen manchmal von anderen Kennern übermäßige ‚Großzügigkeit‘ unterstellt. Zudem spielt manchmal auch ‚periphäre Politik‘ in solch hohe Bewertungen mit hinein, die vermutlich etwas mit Geld, Marketing, Prestige und Macht statt wahrer Qualität des Weines zu tun haben könnten.

Es gilt somit gerade unter wahren Kennern der Grundsatz, diese elitäre Bezeichnung nur äußerst sparsam zu nutzen und gleichzeitig nicht die Bewertung ‚groß‘ von anderen Kennern pauschal und vorschnell zu akzeptieren, geschweige denn das Eigenlob mancher Winzer/Häuser und/oder hochtrabendes ‚Geplapper‘ einiger Marketing-Manager.

Grand Vin ist ein Begriff, der oft mit erstklassigen Weinen in Verbindung gebracht wird, insbesondere in der Region Bordeaux. In Bezug auf Champagner bezieht sich dieser Ausdruck auf die besten und hochwertigsten Schaumweine, die aus der Champagne-Region stammen. Champagner, der als Grand Vin gilt, zeichnet sich durch außergewöhnliche Qualität, exquisite Herstellungsmethoden und herausragende sensorische Eigenschaften aus. Diese Weine sind das Ergebnis jahrhundertelanger Tradition, strenger Weinbaupraktiken und einer sorgfältigen Auswahl der besten Trauben und Parzellen.

Die Champagne-Region liegt im Nordosten Frankreichs und umfasst fünf Hauptgebiete: Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs, Côte de Sézanne und die Aube. Diese Gebiete bieten unterschiedliche Terroirs, die sich in der Vielfalt und Qualität der produzierten Champagner widerspiegeln. Die Böden der Champagne bestehen hauptsächlich aus Kreide, Kalkstein und Mergel, die den Weinen eine einzigartige Mineralität und Frische verleihen.

Die Trauben, die für die Herstellung von Grand Vin Champagner verwendet werden, sind hauptsächlich Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Diese drei Rebsorten bringen jeweils ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften in den Wein ein: Chardonnay verleiht Eleganz und Finesse, Pinot Noir bringt Struktur und Körper, und Pinot Meunier sorgt für Fruchtigkeit und Weichheit. Die sorgfältige Auswahl und der präzise Anbau dieser Rebsorten sind entscheidend für die Produktion von Champagner auf Grand Vin-Niveau.

Die Weinlese in der Champagne findet traditionell zwischen Ende September und Anfang Oktober statt, abhängig von den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres. Ein wesentlicher Aspekt bei der Ernte ist die manuelle Lese, die sicherstellt, dass nur die besten und reifsten Trauben ausgewählt werden. Dies ist ein arbeitsintensiver Prozess, der jedoch unerlässlich ist, um die hohe Qualität der Trauben und letztlich des Champagners zu gewährleisten.

Nach der Ernte werden die Trauben in die Kelterhäuser gebracht, wo sie sanft gepresst werden, um den wertvollen Saft zu extrahieren. Die erste Pressung, auch „Cuvée“ genannt, liefert den reinsten und hochwertigsten Most, der für die besten Champagner verwendet wird. Die zweite Pressung, „Taille“ genannt, wird oft für weniger hochwertige Weine oder für den Verschnitt verwendet. Die Fermentation erfolgt in Edelstahltanks oder Eichenfässern, abhängig vom gewünschten Stil des Champagners.

Ein wichtiger Schritt bei der Herstellung von Grand Vin Champagner ist die Assemblage, der Verschnitt verschiedener Grundweine, um eine perfekte Balance und Komplexität zu erreichen. Diese Kunst erfordert großes Geschick und Erfahrung von den Kellermeistern, die Jahr für Jahr die gleichbleibend hohe Qualität des Champagners sicherstellen müssen. Die Grundweine können aus verschiedenen Jahrgängen und Lagen stammen, was die Komplexität und Vielschichtigkeit des Endprodukts erhöht.

Nach der Assemblage folgt die zweite Gärung in der Flasche, auch „Méthode Champenoise“ genannt. Diese traditionelle Methode, die seit Jahrhunderten in der Champagne angewendet wird, verleiht dem Champagner seine feine Perlage und seinen charakteristischen Schaum. Die Flaschen werden mit einer Mischung aus Hefe und Zucker verschlossen und lagern in den kühlen Kellern der Champagne für mehrere Jahre. Während dieser Zeit entsteht die Kohlensäure, und der Wein reift auf der Hefe, was ihm zusätzliche Komplexität und Aromen verleiht.

Ein weiterer entscheidender Prozess ist das Rütteln, bei dem die Flaschen schrittweise gedreht und geneigt werden, um die Hefesedimente in den Flaschenhals zu befördern. Dieser Vorgang wird traditionell von Hand durchgeführt, obwohl heute oft mechanische Rüttelmaschinen verwendet werden. Nach dem Rütteln werden die Flaschen degorgiert, ein Prozess, bei dem der Hefesatz entfernt und die Flasche mit einer Dosage, einer Mischung aus Wein und Zucker, aufgefüllt wird. Die Dosage bestimmt den Süßegrad des Champagners, von brut nature (sehr trocken) bis doux (süß).

Der letzte Schritt ist die Reifung nach der Degorgierung, bei der der Champagner für mehrere Monate bis Jahre lagert, um seine Aromen weiter zu harmonisieren und zu verfeinern. Erst dann wird er als Grand Vin Champagner auf den Markt gebracht, bereit, die anspruchsvollsten Gaumen zu erfreuen.

Grand Vin Champagner ist mehr als nur ein Getränk; er ist ein Ausdruck von Kunstfertigkeit, Tradition und Exzellenz. Jeder Schluck offenbart die Leidenschaft und das Engagement der Winzer, die diese außergewöhnlichen Weine schaffen. Die Vielfalt der Aromen, die Feinheit der Perlage und die Eleganz im Geschmack machen Grand Vin Champagner zu einem unvergesslichen Erlebnis und zu einem Symbol für Luxus und Raffinesse.

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